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Herpes simplex genitalis
Wie heißt der Erreger? Herpes simplex Virus Typ II und Typ I = HSV II und HSV I. Sie gehören zur Gruppe der alpha-Herpes Viren (DNA)
Wie verläuft diese Erkrankung? Sie läuft in 2 Phasen ab: 1) primärer Herpes simplex 3 bis 5 Tage nach der Ansteckung durch Intimkontakt treten schmerzhafte Bläschen auf geröteter und geschwollener Haut bzw. Schleimhaut auf, meist kommt es zu einer mäßigen Lymphknotenschwellung in der Leistenregion. Dazu können leichtes Fieber, Kopfschmerzen (durch Reizung der Hirnhäute) und allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Ohne Behandlung klingt diese Erkrankung meist innerhalb von ca. 3 Wochen ab. Durch medikamentöse Therapie kann der Verlauf erheblich verkürzt werden. Danach wandert der Virus über die sensiblen Nervenbahnen in die Nervenknoten (Ganglien) neben der Lendenwirbelsäule (Lumbosacralregion). Der Virus ruht dort und wird von den Abwehrkräften des Körpers, den Antikörpern, dort festgehalten, sozusagen "in Schach gehalten". Wenn die Abwehrkraft schwach ist, d.h. wenn der Antikörperspiegel abfällt, kommt es zur 2.Phase.
2) rezidivierender Herpes simplex Die Viren wandern jetzt entlang der sensiblen Nervenbahnen wieder in den Genitalbereich, meist an dieselbe Stelle, an der die Erstinfektion erfolgt war. Es bilden sich Bläschen auf kissenartigen, roten Erhebungen, die sehr schnell platzen und zu schmerzhaften Geschwüren (Ulcerationen) führen. Vor dem Ausbruch der Hauterscheinungen spüren viele Patienten an dieser Stelle ein Kribbeln, Brennen oder Juckreiz, manchmal auch Nervenschmerzen, die in das Gesäß und die Leisten ausstrahlen. Unbehandelt klingt die Erkrankung in 2-4 Wochen wieder ab. Durch eine Behandlung kann dieser Zeitraum erheblich verkürzt werden. Diese Rezidive (Rückfälle) können immer wieder auftreten.
3) persistierender Herpes simplex Die Hauterscheinungen heilen nicht von selber wieder ab. Es kommt ständig zu neuen Bläschen und Ulcerationen. Hier liegt immer eine Immunschwäche gegenüber dem Herpes simplex Virus vor.
An welchen Stellen kann die Herpes simplex Infektion noch auftreten? Mundschleimhaut (Gingivostomatitis herpetica) Symptome: Brennen in der Mundschleimhaut und Schluckbeschwerden
Harnröhre (Herpes simplex urethritis) Symptome: Schmerzen beim Wasserlassen, auch Harnverhaltung
Enddarm (Proctitis herpetica) Symptome: Brennen und Schmerzen im Analkanal, auch Stuhlverhalten
Wie wird beim Auftreten des Genitalherpes während der Geburt eines Kindes verfahren? Um eine Infektion des Neugeborenen zu verhindern, wird in der Regel ein Kaiserschnitt durchgeführt.
Welche Faktoren können ein Rezidiv (Rückfall) auslösen? intensive Sonnenbestrahlung, auch Solarienfieberhafte Infekte
hormonelle Umstellungen (z.B. Menstruation), Stress, starke Gemütsbewegungen wie Ekel, Ärger, Freude, Störung des Immunsystems z.B. durch Medikamente (Zytostatika, Antibiotika)
Wie stellt der Arzt die Diagnose? Blickdiagnose: Genaues Anschauen der Herde mit der Lupe (typisches Bild) Blutuntersuchung: in zweifelhaften Fällen kann durch eine Blutuntersuchung nach Antikörpern gesucht werden (HSV I/II IgG und IgA Antikörper) PCR-Methode in unklaren Fällen kann die PCR-Methode (Polymerase-Ketten-Reaktion) angewendet werden, um den Virus nachzuweisen.
Ist eine Partneruntersuchung notwendig? Die Untersuchung des Sexualpartners ist in jedem Fall sinnvoll. Möglicherweise ist er ebenfalls infiziert. Dann muß er auch behandelt werden. Sonst kommt es immer wieder zu erneuter Ansteckung.
Welche Behandlungsmethoden gibt es? In der 1.Phase (Primärinfektion) müssen Tabletten eingenommen werden. (Virustatika)
In der 2.Phase (Rezidiv) kommen in leichten Fällen Anti-Herpes Cremes zur Anwendung. Damit soll so früh wie möglich begonnen werden. In schweren Fällen kommen auch hier Tabletten (Virustatika) zum Einsatz.
Gibt es naturheilkundliche Verfahren "Herpes-Impfung" Es kann eine "Herpes-Impfung" mit einem homöopathischen Arzneimittel durchgeführt werden. (Herpes simplex Nosode) Abgetötete (inaktivierte) Herpes simplex Viren werden in Ampullen abgefüllt und über 5 Wochen- 2x-wöchentlich- injiziert (10 Injektionen). Dadurch können in vielen Fällen lange Zeiten der Beschwerdefreiheit erreicht werden. Sollten trotzdem häufig Rezidive auftreten, ist eine Impfung mit Herpes simplex Nosode forte möglich. Diese Methode ist auch vor einer geplanten Schwangerschaft sinnvoll.
Thym-Uvocal-Kur In hartnäckigen Fällen hat oft eine Thym-Uvocal-Kur (Thymusdrüsenextrakt) Erfolg. Durch sie wird das angeschlagene Immunsystem restauriert und aktiviert.
Eigenblutbehandlung Eine weitere Möglichkeit ist eine spezielle Eigenblutbehandlung. Diese Therapie ist auch in der Schwangerschaft möglich, da nur das eigene Blut, ohne Zusätze, zur Anwendung kommt.
Kommt es beim Rezidiv immer zu Hauterscheinungen, z.B. Bläschen? Nein. Männer und Frauen scheiden gelegentlich den Herpes Virus im Genitalbereich aus, ohne dass Symptome auftreten. Das bedeutet, dass Personen, die diesen Virus in sich tragen, ihn auch dann übertragen können, wenn sie keine Beschwerden haben.
Hinterläßt die Herpes simplex Infektion Narben? Normalerweise nicht, bei schweren Fällen mit Geschwürbildung (Ulcerationen) können kleine Narben zurückbleiben.
Kann man sich durch Anwendung von Kondomen oder Femidomen vor der Infektion mit dem Herpes simplex Virus schützen? Ein sicherer Schutz ist nicht möglich, jedoch wird das Risiko der Ansteckung vermindert.
Ist die Herpes simplex Infektion gefährlich? In der Regel handelt es sich nur um eine lästige, jedoch ungefährliche Erkrankung. Bei schweren Immunstörungen können jedoch sehr heftige Krankheitserscheinungen auftreten.
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